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Moskwitsch

Mitte 1946 brachte die Sowjetunion die gesamten Fertigungsanlagen des Opel-Kadett (Modell K38 = Modellstand 1938) als Reparationsleistung von Rüsselsheim nach Moskau. Zuvor gab es bereits Versuche, den Kadett zu kopieren, die Modelle KIM 10-50 (Limousine) und KIM 10-51 (Cabriolet) wurden jedoch nur in etwa 500 Exemplaren gefertigt.

Die Moskauer Firma MZMA Moskowskij Sawod Malolitraschnich Awtomobilej (Moskauer Fabrik f.kleinmotorige Automobile) wurde beauftragt, auf der Basis des Kadett ein Automobil zu bauen, das auf dem sowjetischen und internationalen Markt angeboten werden konnte. Im Jahre 1947 liefen die ersten Exemplare des Moskwitsch 400 vom Band. Weitere Typen waren der Moskwitsch 401 und der 402, die aber nur in der Sowjetunion angeboten wurden. Der Export begann erst 1950 nach Finnland mit den Modellen 400. Mitte der sechziger Jahre wurde die MZMA in AZLK (Awtomobilnj Sawod imeni Leninskogo Komsomola - Automobilfabrik „Leninscher Komsomol“) umbenannt. Gleichzeitig erfolgte eine äußerliche Modernisierung des Moskwitsch, der nun mit einer Viergang-Schaltung, größeren Fensterflächen, höheren Front- und Heckscheiben sowie 15-Zoll-Rädern ausgestattet wurde. Einen weiteren technischen Quantensprung machte das Moskauer Automobilwerk mit dem Typ 412, der einen 1,5-Liter-OHC-Leichtmetallmotor und eine Knüppelschaltung bekam. 1975 bekam der Typ 412 neben einer äußerlichen Modernisierung eine verbesserte Bremsanlage und hieß dann Typ 2140. In der DDR hatte sich der preislich etwas unterhalb des Wartburg angesiedelte Moskwitsch bereits Mitte der siebziger Jahre einen ausgezeichneten Ruf als Taxi, Fahrschul- und Dienstfahrzeug erworben und wurde vielfach eingesetzt. Anfang 1970 gab es in der DDR für Privatleute kaum ein besser motorisiertes Fahrzeug als den Moskwitsch 412 mit seinem 1500-ccm-Motor und der Leistung von 75 PS. Größere Motoren waren zu dieser Zeit nur beim Wolga zu finden, der in der Regel aber für Privatleute nicht erhältlich war. Erst Mitte der 1970er-Jahre kam in Form des Lada 2103 (Lada 1500) ein vergleichbar motorisiertes Fahrzeug in die DDR, abgesehen von wenigen Polski-Fiat-Modellen. Ab dieser Zeit kam der Lada in der Käufergunst durch seine gefälligere Karosserie und seine modernere Bauweise besser in Ansehen. Trotzdem blieb der Moskwitsch ein begehrtes Auto, bis ab dem Jahr 1979 die Sowjetunion keine Fahrzeuge des Typs mehr an die DDR lieferte. Für den West-Export wurde mit Beginn der achtziger Jahre die Luxusvariante des 2140, der Typ 1500 SL, eingeführt. Weil aber Lada eine wesentlich überzeugendere Produktpalette anbieten konnte, gab nur wenige Käufer die den mittlerweile technisch veralteten Moskwitsch kaufen wollten. Der Export von Moskwitsch-Fahrzeugen ging außerdem selbst nach 30 Jahren noch in den Irak, in die Mongolei, in afrikanischen Staaten und natürlich auf Kuba. Moskwitsch versuchte den Absatz mit dem AZLK 2141 Aleko wieder anzukurbeln, jedoch kamen von diesem Modell nur etwa 400 Stück nach Deutschland. Der Aleko war so schlecht verarbeitet und rostanfällig, dass es heute so gut wie keine Fahrzeuge dieses Typs mehr gibt.

Mit Schulden von rund 700 Millionen Euro wurde Moskwitsch im Frühjahr 2006 endgültig von einem russischen Gericht für Bankrott erklärt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Hersteller mehr als vier Millionen Fahrzeuge produziert.

Modelle: Moskowitsch 408, 412, 2140 2141

 

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