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Hersteller › Holden
Detailierte Informationen
Holden
1905 trat Henrys Sohn Edward Wheewall Holden ins Unternehmen ein. Inzwischen reparierte Holden & Frost auch Polster für die ersten Automobile und fertigte Kühlerhauben und Vorhänge für Seitenfenster. Als Frost 1909 starb, kaufte Henry Holden dessen Anteile an der Firma auf und begann Seitenwagen für Motorräder herzustellen. 1913 stellten Holden & Frost mit zeitgenössischen Fertigungstechniken aus dem Kutschenbau ihr erstes Automobil her.
William Capro Durant hatte in den USA die General Motors Corporation (GM) gegründet und kaufte etliche Automobilunternehmen zu. 1911 wurde die „GM Export Co.“ gegründet und ein Außenposten in Sydney errichtet. Die ersten GM-Automobile trafen kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges in Australien ein. Da Deutschlands U-Boote Australiens Schifffahrtslinien beeinträchtigten, führte die australische Regierung Handelsrestriktionen ein. Darin war die Anzahl der komplett gefertigten Importwagen limitiert. Nur ein Fertigfahrzeug durfte auf je drei Chassis eingeführt werden. Diese Handelsbeschränkung wollte australisches Kapital in Australien halten. Indem man moderne Produktionsmaschinen einführte und Formen fertigte, die nur noch minimale handwerkliche Endarbeiten erforderten, verringerte sich nicht nur der Stückpreis, es sorgte auch für eine gute Reputation von Holden-Autos beim Preis-Leistungs-Verhältnis. Die 1920er Jahre sorgten in Amerika für einen stetigen Ausstoß neuer Automobildesigns. Holden besorgte sich frühzeitig Zeichnungen der Importmodelle, um Karosserien bereits beim Eintreffen der ersten Chassis vorrätig zu haben. In den späten 1920er Jahren wurde zum ersten Mal das Symbol des Löwen mit dem Stein benutzt. Das Symbol hat sich in vielen Überarbeitungen bis heute als Markenzeichen erhalten.
Im Zuge der Weltwirtschaftskrise wollte GM die Firma Holden als Tochterunternehmen in den Konzern aufnehmen. 1931 wurde Holden schließlich für fast 2,25 Millionen US-Dollar an GM verkauft. General Motors Australia (GMA) und Holden Motor Body Builders wurden verschmolzen zur Konzerntochter General Motors Holdens (GM-H). Die Verkaufszahlen sanken, auch die Bilanzen blieben im roten Bereich. Nun wurde die Chefetage beauftragt, die Lage zu drehen oder aber das Unternehmen zu liquidieren. Innerhalb eines Jahres machte die Firma 1,5 Millionen US-Dollar Gewinn und erhöhte ihre Produktion wieder auf 23.129 Automobile, im Gegensatz zu 3.674 aus dem Vorjahr.
GM-H hatte innerhalb eines Jahres ein neues Hauptgebäude sowie ein neues Montagewerk in Fishermen's Bend (Melbourne) auf einem 20 Hektar großen Stück Land errichtet. Eine Gießerei und eine Motorenwerkstatt entstanden.
Hartnetts Traum, in Australien zu produzieren, hätte in Erfüllung gehen können wenn, nicht der 1. Weltkrieg dazwischen gekommen wäre. Im Zweiten Weltkrieg wurde aus dem florierenden Autobauer ein Waffenhersteller. Alle Gattungen militärischer Fahrzeuge wurden hergestellt: Flugzeuge, Flugzeugrahmen, Boote, Landmaschinen, Panzerfahrzeuge, Anhänger, Mannschaftswagen und vieles mehr. Mit dem Rückgang der Militäraufträge erinnerte man sich wieder an die Pläne für ein australisches Auto. Im selben Jahr schrieb die australische Regierung die Produktion des australischen Autos aus. GM-H erklärte sich bereit, das Projekt durchzuführen, jedoch ohne eigene finanzielle Unterstützung zu leisten. GM-USA empfahl, in Australien nach Geldgebern zu suchen. 6 Millionen US-Dollar waren veranschlagt. Premierminister Ben Chifley bewog die Commonwealth-Bank, gemeinsam mit der Bank of Adelaide die Kredite zur Verfügung zu stellen. Experimentalwagen mit Chevrolet-Zeichen aus dem Jahre 1940 schien zu den Spezifikationen der Australier zu passen. Sie modifizierten das Styling und stellten ein Tonmodell her, das vom GM-H-Team abgenommen wurde. Insgesamt wurden drei Prototypen fertiggestellt. Sie waren praktisch identisch mit dem später produzierten ersten Modell, dem 48-215. Nachdem die Wagen Ende 1946 auf dem GM-Testgelände in Detroit geprüft worden waren, wurden sie nach Australien verschifft. Die Prototypen wurden ausgiebig auf den Straßen in der Umgebung von Melbourne getestet. Die GM-H-Chefs fürchteten, dass ein schlechter Ruf beim ersten Modell alle finanziellen Anstrengungen zunichte machen würde. Die Entscheidung für den Namen „Holden“ blieb geheim bis kurz vor dem offiziellen Produktionsstart im November 1948.
Bettle überwachte in den Jahren 1947/48 den Fortgang des Projektes. Nachdem eine Vorlaufproduktion von zehn Wagen im April 1948 stattfand, um Fertigungstoleranzen zu überprüfen und letzte Fehler auszumerzen, wurde die Fertigung freigegeben. Am 29. November 1948 liefen die ersten Holden 48-215 in Fishermen's Bend feierlich vom Band. Premierminister Chifley empfing den ersten Holden mit den Worten „She's a beauty!“ Nach Jahren der Rationierung und der Kriegswirren wurde dieses in Australien produzierte Auto zum Symbol des Aufschwungs.
Modelle: Astra | Barina | Berlina | Calais | Caprice | Captiva | Colorado | Combo | Commodore | Epica | Insignia | Statesman | Ute | Viva
